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Inklusion erfahrbar machen um so eine Brücke zum jeweils anderen zu schlagen.
Blickwinkel-Inklusion
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Maulwurf

Dieses Projekt würde durch Fördermittel von
Chancengerechtigkeit und Vielfalt
der Stadt Ulm möglich.




Sanitätshaus Hilscher GmbH & Co. KG

Danke für die überlassung zweier Kinderrollstühle für die dauer des Projekts.


28.06., 30.06. und 07.07.2022 (8:30 - 12:00 Uhr) Hans-Multscher-Grundschule

SWP ULM UND NEU-ULM Artikel vom 2. Juli 2022

Nachspüren, mit Handicap zu leben

Barrieren abbauen - auch in den Köpfen. Dieses Ziel verfolgt die Selbsthilfegruppe „Blickwinkel Inklusion“.
Ulmer Schüler konnten jetzt ausprobieren, wie es sich anfühlt, eine Behinderung zu haben. Von Sonja Fiedler


Die Rampe hoch kommt Ivan mit dem Rollstuhl ganz gut. Doch dann will er auf der kleinen Plattform oben wenden und an der anderen Seite wieder rückwärts herunterfahren - und beides ist ganz schön tückisch, stellt der Viertklässler fest. Denn den Rollstuhl zu drehen, ist auf dem engen Raum kompliziert, und die Rampe besteht aus zwei schmalen Aluschienen, die er mit den Rädern exakt treffen muss. Schließlich hilft Klassenlehrerin Heike Siebein. „Alleine wär das schon schwierig“, erkennt Ivan.

Für die Viertklässler der Hans-Multscher-Grundschule am Eselsberg ist dieser Vormittag kein Schultag wie jeder andere: Heute können sie in einem vielseitigen Parcours ausprobieren, wie es sich anfühlt, mit einem Handicap zu leben - also schlecht oder gar nicht sehen zu können, Probleme mit der Motorik zu haben oder auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein. Die Selbsthilfegruppe „Blickwinkel Inklusion“ aus Langenau, die sich für Menschen mit Behinderungen einsetzt, ist zu Gast und hat verschiedene Stationen aufgebaut.

Das ist ein gutes Miteinander. Es ist die sozialste Klasse, die ich jemals hatte.
Heike Siebein
Klassenlehrerin


Alle Mitglieder der Initiative haben selbst eine körperliche Einschränkung und sind sozusagen Experten aus der Praxis. „Es ist schön, den Kindern etwas beizubringen“, sagt Mitglied Philipp Federmann, der die Station „Tense-Geräte“ betreut, an der Nervenkrankheiten simuliert werden. Durch leichte Stromimpulse werden verschiedene Muskeln an den Armen unkontrollierbar zum Zucken gebracht.

Kribbeln in der Hand
Ganz schön unangenehm ist das, findet Benni. „Ich muss die Hand bewegen, obwohl ich nicht will, und es kribbelt so.“ Eine Gruppe Kinder spielt Mensch-ärgeredich-nicht mit zugebundenen Augen. Die Punkte auf dem Würfel sind erhaben, sodass sie ertasten können, was sie gewürfelt haben. Doch schon den Würfel auf dem Tisch überhaupt wiederzufinden, scheint schwer genug. In einem Slalom können die Kinder mit dunklen Brillen auch einen Langstock ausprobieren. Im Raum nebenan erfahren sie mit einem Alterssimulations-Anzug samt Gehördämpfer, wie es sich anfühlen kann, sich als alter Mensch zu bewegen.

An einem Tisch ziehen die Jungen und Mädchen Handschuhe über, um ohne Feingefühl eine Steckspiel zu versuchen. „Gerade ältere Menschen, haben oft sensorische Schwierigkeiten und kein Gefühl in den Fingern“, sagt Thomas Geltinger von der Selbsthilfegruppe. Seit 2015 ist er mit seinen Kollegen in Schulen der Region unterwegs, um Kindern einen Perspektivwechsel zu ermöglichen. „Als ich davon gelesen habe, fand ich die Idee sofort gut“, sagt die kommissarische Schulleiterin der Hans-Multscher-Schule, Regine Späth. „Und viele Lehrkräfte waren bereit, mitzumachen. Das hat mich sehr gefreut.“ Alle vierten Klassen dürfen an einzelnen Tagen den Parcours durchlaufen, heute sind die 4a und die 4d dran - eine besondere Konstellation, denn unter ihnen sind acht Schüler der Gustav Werner Schule, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Sie besuchen an der Multscher-Schule eine Außenklasse. Einige Schulstunden am Tag bleiben sie für sich, an den anderen, wie etwa im Sachunterricht, lernen sie gemeinsam mit den Kindern der Regelklasse.

Es sei ein gutes Miteinander, sagt ihr Lehrer Holger Riegger. Das bestätigt auch Lehrerin Siebein: „Es ist die sozialste Klasse, die ich je hatte.“ Den Parcours der Langenauer durchlaufen die Kinder gemeinsam. „Das ist Teilhabe, und das ist wichtig“, sagte Geltinger.

Rollstuhl navigieren
Gar nicht so einfach, mit einem Rollstuhl zu navigieren, findet Viertklässlerin Laura Stöß. Steffi König vom Verein „Blickwinkel Inklusion“ hilft ihr dabei, in die Spur zu kommen. Foto: Lars Schwerdtfeger

Hoffen auf weitere Schulen, die mitmachen

Engagement Der Selbsthilfegruppe sei es wichtig, sich zu zeigen und sich für Inklusion und Teilhabe zu engagieren. „Wir wollten nicht immer nur warten, dass von der Politik etwas kommt. Wir wollten selber etwas tun.“
Projekt Bis vor der Corona-Pause hat die Gruppe „Blickwinkel Inklusion“ das Schulprojekt nur in Langenau angeboten. Da es in Ulm eine Förderung für Kleinprojekte gebe, die sich für Chancengleichheit und Inklusion von Menschen mit Behinderung einsetzen, hätten sie dieses Jahr auch Ulmer Grundschulen angeschrieben, berichtet Thomas Geltinger. Interesse habe bisher allerdings lediglich die Hans-Multscher-Schule gezeigt.







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